Berühmte Regisseure : Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?

Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?

EUR 9,00


Wie haben sie das gemacht? - Ich als großer Hitchcock-Fan habe schon so gut wie jedes Buch über den besten Regisseur aller Zeiten gelesen - aber dieses hier hebt sich durch seine Einmaligkeit und Präsenz von den Standard-Biografien ab.Truffaut geht mit dem Master of Suspense jeden seiner Filme durch, fragt ihn Details, die erst hinterher einige Stellen in den Filmen erklären und lässt ein Stückchen in die Seele Hitchs gucken. Er ist ein außergwöhnlicher Mensch, so ist es auch ein außergewöhnliches Buch. Wer sich für die Filme Hitchcock oder seine Genialität interessiert, für den ist dieses Buch ein absolutes Muss! Man erfährt Seiten an ihm, die man bisher noch nicht kannte. Aber auch für all diejenigen, die sich für Filme im Allgemeinen interessieren, dürfte das Buch lesenswert sein. Als Interview aufgebaut lässt es sich gut lesen und in die beiden Akteure hineinversetzen.

Alles über Hitchcock - von Hitchcock - Wer den Meister verstehen will, sollte ihn auch selbst zu Wort kommen lassen. Auf diesen so einfachen wie genialen Gedanken ist Francois Truffaut gekommen, und das Ergebnis bereitet dem Hitchcock-Enthusiasten unbedingte Freude. Zum gesamten Oeuvre äußert sich der Regisseur, animiert durch seinen prominenten Fan, der mit der Lust des Sympathisanten und der Neugier des Journalisten fragt. Natürlich sollte man Hitchcocks Äußerungen mit Hilfe einschlägiger Sekundärliteratur kritisch gegenlesen, denn auch wenn Hitch selbst einige Fehler einräumt, so zwingt er dem Leser doch eben auch die eigene Werkinterpretation auf. Ein Interviewband ist ein schlechter Ort für Widerspruch, trotzdem folgt Truffaut seinem Gesprächspartner manchmal etwas zu bereitwillig auf dessen Pfade. Aber - geschenkt. Schon allein um Hitchcocks trockenen Sarkasmus’ willen lohnt sich die Lektüre. Aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf vielen wirklich erhellenden Anmerkungen des Meisters, warum er dies und jenes so und nicht anders angepackt hat, warum ihn welche Stoffe interessierten und welche technischen Kniffe er um welches Effektes willen angewandt hat. Ohne zumindest die bekanntesten Hitchcock-Filme zu kennen, ist das Lesevergnügen nicht ganz so groß. Aber da wohl ohnehin die meisten Klassiker wie „The Man Who Knew Too Much“, „Rear Window“, „Rebecca“ oder „The Birds“ irgendwann einmal gesehen haben, ist diese Gefahr nicht allzu groß.

V i e l mehr als ein Glücksfall der Filmliteratur - Wer könnte besser geeignet sein als François Truffaut, den großen Alfred Hitchcock zu interviewen? Zwei Meister unter sich, zwischen denen offensichtlich die Chemie stimmt, und der Fragesteller Truffaut ist nicht nur einer der besten Filmregisseure der Welt, sondern auch noch ein erfahrener Journalist.Nach einer launigen Einführung, in der Truffaut seine erste Begegnung mit Hitchcock schildert, liest man, in 15 Kapitel gegliedert, ein Interview, wie es spannender und informationsgeladener nicht sein könnte. Truffaut hat seine Fragen sichtlich gut vorbereitet, und mit vielen Ausflügen in Hitchcocks reichen Fundus an Erinnerungen geht es hier um dessen Leben und Werk.Im Vordergrund steht natürlich Hitchcocks Schaffen, von den Stummfilm-Anfängen in London über seine großen Hollywood-Produktionen bis hin zu Topas und Frenzy.Das besondere an diesem unglaublichen Interview ist nicht, d a s s Hitchcock hier seine Filme kommentiert (das tun andere Regisseure auch), sondern w i e er das tut: Neben zahlreichen Anekdoten über Vorbereitungen und Dreharbeiten geht es vor allem um das Wie. Der Buchtitel verspricht nicht zuviel. Genau darum geht es: Wie Hitchcock zu dem Inbegriff von Suspense wurde, der er ist.Dieses Interview ersetzt tatsächlich manch ein filmtheoretisches Buch, wenn Hitchcock erläutert, mit welchen Mitteln er seine Effekte erreichte, er kannte sich schließlich nicht nur mit der Technik aus, sondern auch mit der Psyche der Zuschauer, und nicht das kleinste Detail überließ er dem Zufall.Hitchcock überlegte genau, und was er z.B. über die Verfilmung von Dramen (am Beispiel von Bei Anruf Mord) sagt, zeugt von großem Wissen nicht nur um Bedingungen und Wirkung des Filmes. Oft sind es die exakt durchdachten Kleinigkeiten, die die große Wirkung erzielten -- sei es Grace Kellys Garderobe, deren Farben sich im Laufe eines Films verdüstern, oder sei es die berühmte Glühbirne im Milchglas... Und dann natürlich Hitchcocks berühmter Grundsatz, sich möglichst immer jener Dinge zu bedienen, die eng mit den Personen oder dem Ort der Handlung verbunden sind: Windmühlen in Holland, Berge in der Schweiz -- oder eben beim invaliden James Steward ein kaputter Fotoapparat, Zeitschriften und Fotos von sich überschlagenden Rennwägen in Das Fenster zum Hof. Eine von Hitchcocks Spezialitäten bestand ja darin, dem Zuschauer die Dinge nicht über Dialoge mitzuteilen, sondern mit den Mitteln des Films. Sicher, sein bekanntes Der Dialog darf nicht mehr sein als ein Geräusch unter anderen ist überspitzt, man denke nur an die geschliffenen Dialoge z.B. in Über den Dächern von Nizza. Aber die wichtigen Informationen teilt Hitchcock tatsächlich selten in Dialogen mit, einer der Gründe, warum seine Filme so wirken, wie sie wirken.Und dann die Überraschungseffekte, etwa wenn in Der unsichtbare Dritte die tödliche Gefahr nicht in düsteren Straßenecken wartet, sondern buchstäblich aus heiterem Himmel kommt. Oder aber das Gegenteil, wenn Hitchcock die Zuschauer vor seinen Figuren über kommende Gefahren informierte -- besonders eindrucksvoll in Die Vögel: Man muß vom subjektiven zum objektiven Gesichtspunkt überwechseln, [...] damit das Publikum weiß, worum es geht. Man merkt: Ein Film wirkt nicht deswegen auf die Zuschauer, weil sein Regisseur die ganze technische Trickkiste ausgeräumt hat, sondern weil sein Regisseur wusste, welche Wirkung er wie erzielen wollte -- ein Hitchcock braucht nunmal keine Computeranimationen.Aber nicht dass man nun fürchtet, Hitchcock gäbe nun auf über 300 Seiten ausschließlich theoretische Überlegungen bekannt. Immer wieder erzählt er auch, wie seine Filme gedreht wurden, wie man etwa für Der unsichtbare Dritte die UN überlisten musste, wie unglaublich raffiniert die Duschszene in Psycho konstruiert ist, oder wenn Hitchcock durchblicken lässt, warum er Immer Ärger mit Harry so sehr liebt.Mister Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? ist nicht nur ein Glücksfall der Film-Literatur. Es gibt wenige Sachbücher, die den Rahmen des Sachbuchs dermaßen souverän sprengen und die dermaßen amüsant und spannend zu lesen sind. Sogar wenn einen das ein oder andere Thema zunächst nicht interessiert -- nach den ersten Sätzen will man s doch wissen, und schon ist s passiert...

Erhellende Plauderei - Dieses inzwischen klassische Filmbuch ist vor allem eines: eine kurzweilige, erhellende Lektüre. Das Gespräch zwischen Truffaut und Hitchcock klappert das Werk der Regie-Legende ab und versorgt den Leser mit Produktionsdetails, Anekdoten, Einsichten, Absichten. Unverzichtbare Begriffe wie „Suspense und „MacGuffin werden von ihrem Erfinder selbst auf den Punkt gebracht und Truffaut lenkt Hitchcocks Plaudereien respektvoll aber souverän durch die einzelnen Kapitel und Filme.Vor allem zu Zeiten des inflationären Making-Of-Marketings bietet dieses Buch einen erfrischend gelassenen und ungezwungen-heiteren Zugang zu den legendären Filmen des Altmeisters, der sich und seinem Publikum nichts mehr beweisen oder verkaufen muß. Es ist ein Schmöker: Man kann es zufällig aufschlagen, überall ist ein Einstieg in das Gespräch möglich, und überall ist er reizvoll.Und einen weiteren begrüßenswerten Nebeneffekt hat das Buch: es macht Lust, sich die Hitchcock-Klassiker (wieder) anzuschauen - vor allem diejenigen, die man bisher vielleicht noch gar nicht kannte.

DAS Buch über Hitch, Master of Suspense! - Also mit zwei Wörtern: ein Muß!Dies ist das Filmbuch für jeden echten (!) Filmfreak. Es handelt sich um ein 50-Stunden-Interview von Francois Truffaut mit Alfred Hitchcock. Allein diese beiden Namen lassen den Kenner mit der Zunge schnalzen. Der Altmeister wird also von einem seiner Filmjünger interviewt. Wer anderes wäre besser in der Lage gewesen, die entscheidenden Hintergründe herauszukitzeln und seine Fragen mit soviel Kompetenz zu unterlegen?Dieses Buch hat sicherlich auch biographischen Charakter, trotzdem ist es keine Biographie und auch keine reine Filmopgraphie, wie man dies leider heutzutage zunehmend in dem scheinbar sich gut verkaufenden Genre der Filmbücher feststellen muß. Es ist sowohl ein Zeitzeugnis als auch eine phantastische Auseinandersetzung eines Schöpfers mit seinem eigenen Werk. Möglich wird dies durch die unbestechliche Begeisterung und Sachkunde des Interviewers, eben des viel zu früh verstorbenen Francois Truffaut.Das Interview befaßt sich akribisch mit allen Filmen Hitchcocks. Hierbei wird chronologisch vorgegangen und sehr oft sehr weit ins Detail gegangen, wobei der echte Filmfreund sehr viele Hintergründe im Hinblick auf die wirtschaftlichen, menschlichen und auch technischen Schwierigkeiten erfährt, die die Realisierung der einzelnen Filme erschwert haben. Sehr interessant sind natürlich die Schilderungen der Probleme und Problemlösungen im Special-Effekt-Bereich.Auch dies macht den Charme und den besonderen Stellenwert des Buches aus: es gab eben noch keine Animation per Computer, fast alles mußte schöpferisch und künstlerisch auch manuell genial gelöst werden, weshalb diese Art von Filmemachen eben noch sehr hohe künstlerische Ansprüche und sehr hohe Kreativität erforderte.Als Leser kommt man oft aus dem Staunen nicht heraus, wenn man erfährt, welche Schwierigkeiten manche Szenen, denen man es partout nicht ansieht, bereitet haben, oder mit welchen verblüffenden Kniffs und Tricks die Dinge in Szene gesetzt worden sind. Ebenso verhält es sich mit den menschlichen Charakteren und Marotten der Darsteller, die es natürlich galt, in den Griff zu bekommen.Alles in allem ein wohltuendes und phantastisches Filmbuch, das auch (oder gerade) in einem Zeitalter der Automatisierung und Digitalisierung, die Hochachtung vor diesem einmaligen Filmschaffenden gar nicht genug zum Ausdruck bringen kann. Hätte Hitch damals schon diese technischen Möglichkeiten gehabt, hätte er entweder gar keine Filme mehr gemacht oder er hätte etwas gemacht, was sich wohl heutzutage gar keiner vorstellen kann.Ein absolutes TOP-FILMBUCH!




Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?